Schießstände für Luftgewehre und Luftpistolen
sind wegen ihrer kompakten baulichen Abmessungen und den damit verbundenen relativ
geringen Baukosten, die am weitesten verbreitete Schießsportanlagen in Deutschland.
Die ca. 15.000 Vereine, die dem Deutschen Schützenbund angeschlossen sind, betreiben
ihren Schießsport auf fast 90.000 Ständen für Luftdruck- und CO²-Waffen.
Luftgewehr und Luftpistole werden auf eine Distanz von 10m geschossen.
Luftdruck- und CO²-Waffen bis zu einer maximalen Bewegungsenergie 7,5 Joule mit dem
Beschußzeichen F sind erlaubnisfreie Waffen in Deutschland, d.h. diese Sportwaffen
dürfen gegen Altersnachweis an volljährige Bürger frei verkauft werden.
Für das Sportschießen werden Geschosse in Diaboloform, mit Kaliber 4,5 mm verwendet.
Für einen Luftdruckwaffenstand 10m werden laut den
Schießstand-Richtlinien des Deutschen Schützenbundes folgende Maße verlangt:
| Schießdistanz | 10,00 m |
| Schießbahnbreite je Stand | mind. 1,00 m |
| Schießbahnlänge (je nach verwendetem Ziel) | ca. 10,20 m |
| Schützenstandtiefe (falls nur Stehendanschlag geschossen wird) | mind. 2,00 m |
| Schützenstandtiefe (für LG-Dreistellungskampf) | mind. 4,00 m |
| Schützenstandtiefe (für UIT-Wettkampfveranstaltungen) | mind. 5,00 m |
Hinter dem Schützenstand kann der Zuschauerbereich angegliedert werden. Beispiel: Eine 10 m Schießstandanlage eines normalen Schützenvereins mit 10 Schießbahnen benötigt einen Raum von ca. 10 x 15 m. Die Raumhöhe ist nicht vorgeschrieben, es empfiehlt sich jedoch eine Höhe von mind. 2,50 m.
Neben den veralteten mechanischen Scheibenzügen (Handkurbel) und den in den neuen Bundesländern verwendeten Scheibenwechselautomaten sind heute vor allem elektrische Scheibenzuganlagen in Gebrauch. Beim Kauf der Anlagen sollte man folgende Punkte beachten:
Bei der Montage von Scheibenzug-Anlagen sollte man besonders
auf die Anschußhöhe, das heißt die Höhe des Scheibenzentrums zum Niveau des
Schützenstandes, achten. Diese beträgt bei allen Disziplinen für Luftdruckwaffen 1,40 m
(* 0,05 m). Die geringe Toleranz von nur 5 cm wird bereits beim Wechsel von der
Luftgewehr- auf die Luftpistolenscheibe aufgebraucht.
Auch beim 10 m Abstand zwischen der Scheibe (nicht der Wand auf welcher das Ziel montiert
wurde!) und der Schützenlinie (nicht der Brüstungskante !) beträgt die Toleranz nur *
0,05 m. Die Schützenlinie wird in der Regel ca 5-10 cm vor der Brüstungskante am Boden
angebracht und darf von den Schützen nicht betreten werden. Diese Linie soll ein Anlehnen
der Schützen an die Brüstungstische verhindern. Vor der Montage der Brüstungen und der
Anlagen ist somit eine maßgenaue Planung zu empfehlen.
Wollen Sie Ihren Schießstand auch für den
Luftgewehr-Dreistellungskampf nutzen, haben Sie die Wahl zwischen einer festen Brüstung
mit zusätzlichen Schießpritschen oder einer höhenverstellbaren Brüstung und einer
höhenverstellbaren Zieleinrichtung.
Die feste Brüstung mit den Schießpritschen wird in der Regel bei Vereinen verwendet, die
nur eine relativ kleine Gruppe an Jungschützen aufzuweisen hat und mit 2 oder 3 Pritschen
leicht auskommt. Der Schützenstand sollte dann allerdings genügend Standtiefe für die
Unterbringung der Schießpritschen aufweisen. Als vorteilhaft haben sich umklappbare
Pritschen mit einem Kniendauszug erwiesen, da die Pritsche beim Stehendschießen weniger
Platz wegnimmt und noch als Ausrüstungsablage dienen kann.
Für Stände mit geringer Standtiefe haben sich höhenverstellbare Brüstungen in
Kombination mit höhenverstellbaren Zielen bestens bewährt. Dabei werden zum Kniend- und
Liegendschießen die Brüstungen und Ziele soweit abgesenkt, daß die Schüler direkt vom
Boden aus schießen können. Die Absenkung des Ziels erfolgt von Schützenstand mittels
eines Seils, so daß niemand die Schießbahn betreten muß. Die Einzelpunktbeleuchtung
kann an dem höhenverstellbaren Ziel mit befestigt werden, was eine gleichbleibende
Ausleuchtung der Scheibe gewährleistet.
Die Beleuchtung des Schießstandes ist immer wieder eine
beliebte Ausrede der Schützen für eine etwas mäßigere Schießleistung. Ob offener oder
geschlossener Schießstand, überall herrschen andere Lichtbedingungen, die den Schützen
zur Anpassung der Visierung zwingen.
Für Schießstände, auf denen keine nationale oder internationale Wettkämpfe ausgetragen
werden, gibt es für die Ausleuchtung keine festen Vorschriften; sondern lediglich die
Empfehlung einer gleichmäßigen indirekten Ausleuchtung des Raumes mit 150-200 Lux. Die
Scheibenbeleuchtung soll dabei ca. 700 - 800 Lux betragen.
Für internationale Wettkampfstätten fordert die UIT (Internationale Schützenunion e.V.)
mit 300 Lux Raumbeleuchtung und mindestens 1000 Lux auf der Scheibe deutlich höhere
Werte, um den Kameras der Medien entgegen zu kommen. Diese hohen Beleuchtungswerte der
Scheibe lassen sich in der Regel nur mit Halogen- oder verspiegelten Leuchtmitteln in
Einzelpunktbeleuchtungen erreichen, bei denen die Lichtstrahlen gebündelt werden. Wegen
der Schattenbildung an den Stoßstellen von Leuchtenbändern, sind
Einzelpunktbeleuchtungen vorzuziehen.
Die Sicherheitsanforderungen für Luftdruckwaffenstände sind relativ gering und auch mit wenig Geld zu erfüllen. Man sollte folgende Punkte bei der Planung und Einrichtung beachten:
Auch Schießstände für Luftgewehr und Luftpistole sind erlaubnispflichtige Schießsportanlagen nach dem Waffengesetz. Eine Beratung für die Errichtung und das Betreiben einer solchen Schießsportanlage erhalten Sie durch Schießstandsachverständige.
Die Be- und Entlüftung reduziert sich bei den
Luftdruckwaffenständen auf die Versorgung mit Frischluft. Hier gibt es keine
Pulverschwaden oder andere Schadstoffe, die abgesaugt und gefiltert werden müssen. Die
Belastung der Raumluft durch Bleistaub ist nach heutigen Erkenntnissen so gering, daß
keine gesonderten lüftungstechnischen Maßnahmen erforderlich sind.
Bei geschlossenen Ständen reicht das Durchlüften durch das Öffnen von Fenstern etc.
aus. Nicht immer erforderlich, aber durchaus angenehm ist eine normale Heizungsanlage, die
bei Kältegraden den Schießstand erwärmt. Besonders vorteilhaft ist dabei eine
Fußbodenheizung, um bei dem statischen Schießsport die "kalten Füße" der
Schützen zu vermeiden.
Die Zukunft von morgen, ist die Jugend von heute. Diesen Leitspruch hat auch der Deutsche Schützenbund und ein Projekt gestartet, Jugendliche früher an den Schießsport zu binden, die sonst an andere Sportarten "verloren" gehen. Um auch acht- bis elfjährigen Schülern den Schießsport zu ermöglichen kann für diese Sportler eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden. Diese Ausnahmegenehmigung wird jedoch nicht in allen Bundesländern erteilt.
Damit der Nachwuchs keine Haltungsschäden in der Wachstumsphase erleidet, wurden in Verbindung mit der Deutschen Schützenjugend preiswerte Schießlernhilfen entwickelt, die das Waffengewicht ganz oder teilweise tragen, aber nicht wie bei starren Auflagen den Zielvorgang zu sehr erleichtern. Beim Kauf einer Schießlernhilfe sind deshalb folgende Kriterien zu beachten:
Auch von der Waffenindustrie wurden bereits für dieses Projekt leichtere Sportgewehre für Jungschützen entwickelt. Nähere Informationen erhalten Sie von Ihrem Landesjugendleiter oder direkt bei der Deutschen Schützenjugend.
...ist bereits angebrochen. Seit den Olympischen Spielen von
Barcelona werden auch Elektronische Scheiben für Luftdruckwaffen eingesetzt. Diese
Technik bietet die mediengerechte, sofortige Auswertung und Darstellung der
Schießergebnisse.
Auf der Basis der Auswertung der Druckwelle des auf einem Papierstreifen einschlagenden
Diabolos, kann mit einer Meßauflösung von 1/100 mm der genaue Wert ermittelt werden. Die
Darstellung des Schusses erfolgt auf einem Monitor am Schützenstand. Hierbei wird die
Schießscheibe originalgetreu simuliert und die Schußbilder dargestellt. Die Schüsse
werden ständig von einen integrierten Drucker protokolliert und es besteht die
Möglichkeit des Ausdrucks der Schußbilder.
Mit der Möglichkeit des Anschlusses eines Zusatzfernsehers für Zuschauer und einer
Kamera, die den Schützen von vorn zeigt, wird die Elektronische Trefferanzeige zur
Multimedia-Anlage. Dabei wechselt ein interner Videoumschalter nach jedem Schuß vom
Kamerabild auf die Scheibendarstellung.
Durch den Eintritt des bekanntesten Unternehmens für Schießstandeinrichtungen mit einem
eigenen Produkt in den Markt, haben sich die früher von einem schweizer Unternehmen
geforderten Monopolpreise halbiert. Nun ist eine solche Anlage auch für die Vereine
interessant, insbesondere wenn der Verein auf leistungsorientierte Jugendarbeit setzt.
Der Deutsche Schützenbund hat erkannt, wie wichtig für unseren Sport die Öffentlichkeit
ist, die nur durch die modernen Medien erreicht werden kann. Seit 1997 besteht je eine
Bundesliga für Luftgewehr und Luftpistole, deren Wettkämpfe auf elektronischen
Trefferanzeigen geschossen wird. Der Unterbau der Bundesliga besteht aus je 5
Regionalligen, die teilweise auch bereits ihre Kämpfe mit dieser modernen Technik
austragen, um ihrem Publikum und ihren regionalen Medien den Schießsport attraktiv
präsentieren zu können.
Seit 1988 die Laufende Scheibe 10 m in das Olympische
Wettkampfprogramm integriert wurde, genießt sie eine größere Aufmerksamkeit.
Dazu tragen vor allem die hervorragenden Plazierungen der Nationalmannschaftsschützen um
den Olympiasieger von 1992 Michael Jakosits bei allen großen Meisterschaften bei. Der
Grund, daß diese attraktive Disziplin nicht mehr Anhänger hat, liegt neben dem hohen
technischen Anspruch an den Schützen vor allem an dem relativ aufwendigen Equipment für
die Ausübung dieser Disziplin.
Ein spezielles Gewehr mit einem Zielfernglas, in welchem 2 Zielstachel integriert sind,
ist ebenso erforderlich, wie eine spezielle Zuganlage, die die Scheibe nicht nur vor und
zurück, sondern auch in Querrichtung in einer 2 m breiten Schneise führt, wo Scheibe von
rechts nach links und umgekehrt laufend beschossen werden muß.
Die Kosten für die Laufende-Scheibe-Anlage, die oft nur für 2 oder 3 Schützen gekauft
werden soll, halten viele Vereine von einer Anschaffung ab. Einem weiterem Argument, daß
damit mindestens 3 Stände für Luftgewehr und Luftpistole verloren gehen, kann jedoch
entgegengetreten werden. Durch eine spezielle Höhenverstellung werden je nach Wunsch
entweder die Laufende Scheibe oder die darunter befestigten 3 Scheibenzuganlagen auf die
erforderliche Anschußhöhe von 1,40 m gebracht. Wem dies zuviel Aufwand und wessen
Schießstand eine Raumhöhe von mehr als 2.50 m aufweist, kann auch auf die Alternative
eines Podestes für den Schützen zurückgreifen. Dabei wird die Laufende Scheibe über
den Scheibenzuganlagen montiert und die erforderliche Anschußhöhe dafür mit Hilfe eines
Podestes auf dem der Laufende-Scheibe-Schütze steht erreicht. Komplettiert wird eine
Laufende-Scheibe-Anlage durch eine Spezialleuchtröhre, die die gesamte Schneisenbreite
schattenlos ausleuchtet und durch eine Kameraanlage mit zwei Miniaturkameras, die das
Schußbild auf einem Monitor anzeigen.
Relativ neu auf dem Markt ist auch hier die bereits oben erwähnte elektronische
Treffererkennung. Für die Laufende Scheibe mit einer Meßkammer sind nur geringe
Mehrkosten gegenüber der Laufenden Scheibe mit Kamerasystem aufzubringen. Die Vorteile
liegen auf der Hand!
Mit Einführung der Disziplin Mehrschüssige Luftpistole, die
auf Treffer geschossen wird, hat ein neuer Schießspaß auf den Schießständen Einzug
gehalten, der zudem vielleicht die stagnierende Disziplin Olympische Schnellfeuerpistole
mit Frischblut, sprich Nachwuchsschützen versorgen wird.
Fünf Trefferfelder fallen bei erfolgreichem Beschuß nach unten weg und können nach der
Serie wieder aufgezogen werden. Als Zubehör erhältliche Einsatzbleche ermöglichen die
Verkleinerung der Trefferfläche und somit die Steigerung des Schwierigkeitsgrads. Mit
einer externen Anzeige läßt sich die Schießzeit einstellen und die gefallenen Treffer
und deren Trefferzeiten ablesen. Auf Wunsch ist auch ein Vorsatz mit Größe des
Luftgewehrspiegels lieferbar, um die Anlage für das Sommerbiathlon zuverwenden zu
können. Soll kein Stand für die Anlage geopfert werden, kann auch wie bei der Laufenden
Scheibe die Anlage über den Scheibenzuganlagen montiert und ein Podest verwendet werden.
Eine neue Idee den Schießsport auch im Breitensportbereich
publikumswirksam und spannend darzustellen, wurde 1997 beim Finale des Er- und Sie-
Schießens des Deutschen Schützenbundes im Rahmen der Deutschen Meisterschaften dem
breiten Publikum vorgestellt. Zwei Schützen treten dabei gegeneinander an und schießen
auf die, speziell für diese Art von Wettkampf entwickelte, Matchanlage. Es werden dabei
zwei Trefferflächen mit dem Wert 9 und dem Wert 10 beschossen.
Treffen beide den gleichen Wert gewinnt der schnellere Schütze den Punkt. Die
"schnelle" 9 kann jedoch durch die "sichere" 10 übertrumpft werden.
Mit 5 oder 7 Schuß ist das Match (und wer einen ausgeben muß) entschieden. Bei diesem
Wettkampf haben auch ringschwächere Schützen Siegchancen. Diese Anlagen können sowohl
für Luftgewehr, als auch Luftpistole verwendet werden.
Weitere Informationen über Schießstandausrüstungen können
Sie erhalten bei:
Ernst K. SPIETH
Produktions- und Vertriebs GmbH & Co. KG
Christian-Eisele-Straße 18
73257 Köngen am Neckar
Telefon 07024 9729-0 Fax 07024 9729-35
| zurück | eMail an SPIETH |